Ich fahre seit über 10 Jahren Motorrad und habe schon verschiedene Modelle besessen. Im Moment ist es eine grüne Ninja, mit ihr habe ich mir einen Traum erfüllt. Soweit es die Zeit zulässt, fahre ich mit Stefan und KP ein paar kleine Tagestouren. Meist sind es nur Nachmittagstouren, aber der Spaß ist immer mit dabei. Und genauso lange sprechen wir schon darüber, beim ADAC ein Schräglagentraining zu buchen. Dieses Frühjahr hat es dann endlich gepasst. Stefan und ich haben rechtzeitig den Tag geblockt und den Kurs gebucht. KP konnte leider nicht mitkommen.

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Vergangenen Mittwoch haben wir uns auf den Weg nach Schlüsselfeld gemacht. Dort ist eines der modernsten Fahrsicherheitszentren vom ADAC und es liegt auch noch in der Nähe von Nürnberg. Ein wenig aufgeregt war ich schon, wusste ich doch nur in groben Ansätzen, was auf mich zukommt. Und im Unterschied zu einem Training für PKWs, kann beim Motorrad schon der eine oder andere Umfaller vorkommen. Ich habe mir weniger Sorgen um mich, als um meine grüne Maschine gemacht. Deshalb haben wir vor Ort auch nochmal darüber gesprochen, für diesen Tag eine Vollkasko abzuschließen. Die 22 Euro dafür wären nicht das Problem gewesen, aber die 1000 Euro Selbstbeteiligung haben mich dann davon abgehalten. Es hiess also, vorsichtig zu sein und seine Grenzen genau einzuschätzen.

Mit 10 Teilnehmern war der Kurs überschaubar, aber bei manchen Übungen waren es doch zu viele. Da wurde nur in 5er Gruppen gefahren und die anderen mussten dann immer abseits der Strecke warten. Nach einer kurzen Theorie-Einführung haben wir mit einer kleinen Aufwärmübung begonnen und sind im Oval gefahren. Dabei erinnerte uns der Trainer darauf zu achten, wie wir in die Kurven fahren, wie unsere Körperhaltung ist und wo wir hinschauen. Natürlich hatte jeder so seine eingespielte Routine, wir waren alle keine Anfänger, und trotzdem konnte der Trainer uns noch gute Tipps geben.

Nach dieser ersten Runde ging es auf einen Kreiskurs, allerdings nicht mit der eigenen Maschine, sondern mit einem Moped (in Franken sagt man so zu großen Motorrädern), welches an beiden Seiten „Stützräder“ hatte, die in der Luft hingen. Damit war es möglich, sich soweit in Schräglage zu begeben, wie mancher sich zu vor nicht getraut hat. Das allerdings ohne einen Sturz zu riskieren. Die Stützräder verhinderten ein Umfallen.

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Nachdem wir mit diesem Moped ein paar Runden gedreht haben, hiess es, das mit der eigenen Maschine zu machen. Ich muss sagen, es lief gut, ich habe mich immer weiter rangetastet und bin jede Rund etwas tiefer gegangen. Ganz bis zum Schleifen der Fußrasten habe ich es nicht geschaft, aber das war auch nicht mein Ziel. Anschließend ging es noch einmal auf die Übungsmaschine, diesmal aber bei nasser Fahrbahn. Und auch da konnten wir uns vorsichtig an den so gefährlichen Untergrund tasten, ohne eine große Gefahr einzugehen.

Eine kleine Mittagspause zur Stärkung und zum Kräfte sammeln später ging es dann an das Üben einer Vollbremsung, um anschließend das Bremsen im Kreis zu üben, natürlich immer schön in Schräglage. Abgerundet wurde das Training mit ein paar Runden im Oval vom Morgen und dem Handlingsparkour und siehe da, die Kurven wurden schon sportlicher gefahren.

Das Ergebnis und gesetztes Ziel an diesem Tag ist auf dem letzten Bild zu sehen. Die Angsttreifen sind weniger geworden. Noch nicht ganz verschwunden, aber ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Jetzt heißt es, das gelernte in der freien Wildbahn anzuwenden. Der Tag und das Training haben sich gelohnt, ich kann es nur jedem empfehlen, der ein wenig mehr aus seinem Fahrstil herausholen möchte.

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